Jeden Tag erreicht mich eine Schlagzeile mit Sternchen. Howard Schultz nimmt das Zepter wieder in die Hand, Gratis W-Lan in allen Stores, das Unternehmen eröffnet in Ruanda ein regionales Farmer-Supportcenter, Italien wehrt sich gegen die drohende Invasion der US-Kaffeekette, landesweite Ausbildungsreihe, und bla bla bla…
Ja, sie sind groß, ja sie sind mächtig, aber langsam fangen sie an zu nerven. Erstens weil ihre Gratisprobe mein Mäntelchen versaut und meine Geschmacksnerven überzuckert hat. Zweitens reißt ein großer Sternchen-Latte ein Loch in mein Budget und zu guter letzt, weil ich - von Haus aus ein ungeduldiger Mensch-, die lange Schlange, die mich vom ersten Schluck Kaffee am Morgen -also vorm tatsächlichem Aufwachen- trennt, schlichtweg nicht durchstehe.
Und doch: Hut ab! Mit einem Namen aus Moby Dick und dem simplen Einblick in die italienische Kaffeekultur stehen sie heute bei rund 9.000 Coffee-Shops in über 30 Ländern. Mit einer durch und durch stimmigen Marketingstrategie haben sie auch mein Herz erobert, wahrscheinlich weil ich alle Eigenschaften der Kernzielgruppe mein nenne. Ich liebe das Flair, den Kaffee im Vorbeigehen, meine Sternchen-Tasse aus Shanghai und den individuell gestalteten, coolen Thermobecher. Außerdem habe ich großen Respekt davor, dass sie die Kaffeekultur Amerikas erfanden. Sie haben Großes bewirkt, denke man doch nur an das Gesöff, das vor Starbucks die amerikanischen Kehlen runter rann. Bleibt nur zu hoffen, dass bald jemand nach selbigem Prinzip amerikanisches Hopfen und Malz revolutioniert.
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